Kinco iSMD – Support, Anschlussplan & Inbetriebnahme
Alles für deinen Kinco iSMD nach dem Kauf – für alle 33 Ausführungen mit 400, 750 und 1000 W, 24–60 V DC, mit RS-485/CANopen, EtherCAT oder PROFINET, mit und ohne STO und Haltebremse, IP20 und IP65:
Interaktiver Anschlussplan: Versorgung und Logik, Bremswiderstand, Multiturn-Batterie, STO, Digitaleingänge, Puls/Richtung, Analogsollwert, Digitalausgänge, Modbus RTU, CANopen, EtherCAT, PROFINET und USB-C, dazu Steckerbild und Gegenstecker jedes Rundsteckers, mit Leitungsquerschnitten und Parametern
Erste Schritte: Inbetriebnahme in elf Schritten, vom Anschließen bis zur ersten Bewegung mit Kinco Servo Pro
Maße & Montage: Maßzeichnung je Modell, Bohrbild, Mindestabstände und Bohrschablone zum Ausdrucken
Downloads: Benutzerhandbuch, Broschüre und Maßzeichnungen
Kostenfreier Support von spstiger, wenn du nicht weiterkommst
Interaktiver Anschlussplan
Tippe in der Zeichnung auf eine Klemme oder Leitung, um Details zu sehen.
Klemmenübersicht iSMD
| Klemme | Gruppe | mm² | Funktion |
|---|---|---|---|
| CANH | X1 | 0,2–1,5* | CAN high. Pin 1 und 2 sind intern verbunden (Bus ein/aus). |
| CANL | X1 | 0,2–1,5* | CAN low, parallel zu Pin 4. |
| GNDC | X1 | 0,2–1,5* | CAN-Signalmasse. |
| 485A | X1 | 0,2–1,5* | RS-485 A, parallel zu Pin 8. Modbus RTU bis 115,2 kbit/s. |
| 485B | X1 | 0,2–1,5* | RS-485 B, parallel zu Pin 10. |
| GNDR | X1 | 0,2–1,5* | RS-485-Signalmasse. |
| — | X1 | 0,2–1,5* | Beim Standardmodell nicht belegt (Kinco-Maßzeichnung). Die Modelle mit Endung -05V0 führen hier 5 V für Sensoren heraus (Handbuch Kap. 1.3). |
| 24V | X1 | 0,2–1,5* | Hilfsspannung 24 V (23–25 V), nur für Sensoren. Belastbarkeit laut Kenndaten 200 mA, laut Pinbeschreibung 500 mA. |
| CANH | X1 | 0,2–1,5* | CAN high, parallel zu Pin 1. |
| CANL | X1 | 0,2–1,5* | CAN low, parallel zu Pin 3. |
| GNDC | X1 | 0,2–1,5* | CAN-Signalmasse. |
| 485A | X1 | 0,2–1,5* | RS-485 A. |
| 485B | X1 | 0,2–1,5* | RS-485 B. |
| GNDR | X1 | 0,2–1,5* | RS-485-Signalmasse. |
| — | X1 | 0,2–1,5* | Beim Standardmodell nicht belegt; bei -05V0 Bezug der 5-V-Hilfsspannung. |
| GNDA | X1 | 0,2–1,5* | Bezug der 24-V-Hilfsspannung. |
| X2 USB-C | X2 | – | Parametrierung und Diagnose mit Kinco Servo Pro am PC. |
| AI+ | X3A | 0,2–1,5 | Analogeingang ±10 V, 12 bit, differenziell (nur AA/AS-Modelle). |
| PUL+ | X3A | 0,2–1,5 | Pulseingang, 12–24 V, bis 500 kHz. Puls/Richtung, CW/CCW oder A/B. |
| PUL− | X3A | 0,2–1,5 | Pulseingang minus. |
| DIR+ | X3A | 0,2–1,5 | Richtungseingang, 12–24 V. Per Software (20101E = 1) auch als DI5 nutzbar. |
| DIR− | X3A | 0,2–1,5 | Richtungseingang minus. |
| DO1+ | X3A | 0,2–1,5 | Open-Collector-Ausgang, potenzialfrei, max. 30 V, 100 mA. Im Handbuch-Beispiel: Bereit. |
| DO2+ | X3A | 0,2–1,5 | Open-Collector-Ausgang, max. 30 V, 100 mA. Im Handbuch-Beispiel: Fehler. |
| 24VS | X3A | 0,2–1,5 | Logikversorgung +18–30 V, max. 1 A. Optional: hält Kommunikation und Position auch bei abgeschalteter Leistung. |
| AI− | X3A | 0,2–1,5 | Bezug Analogeingang. |
| COMI | X3A | 0,2–1,5 | Gemeinsamer Anschluss der Digitaleingänge DI1–DI3. PNP-Geber: COMI an 0 V. |
| DI1 | X3A | 0,2–1,5 | Digitaleingang, 12,5–30 V DC, bis 1 kHz. |
| DI2 | X3A | 0,2–1,5 | Digitaleingang mit Probe-Funktion, Reaktionszeit ≤ 10 µs. |
| DI3 | X3A | 0,2–1,5 | Digitaleingang, 12,5–30 V DC, bis 1 kHz. |
| DO1− | X3A | 0,2–1,5 | Emitter DO1. |
| DO2− | X3A | 0,2–1,5 | Emitter DO2. |
| GNDS | X3A | 0,2–1,5 | Bezug der Logikversorgung. |
| A+ | X4 | 0,2–1,5 | STO Kanal A. Low ≤ 11 V, High ≥ 15 V bei 2–2,5 mA; empfohlen ≤ 7 V bzw. ≥ 18 V. |
| B+ | X4 | 0,2–1,5 | STO Kanal B, Pegel wie Kanal A. |
| 24V | X4 | 0,2–1,5 | Ausgang 24 V (18–30 V), max. 100 mA, nur für STO, z. B. für die Brücken ohne Sicherheitsfunktion. |
| A− | X4 | 0,2–1,5 | STO Kanal A, Bezug. |
| B− | X4 | 0,2–1,5 | STO Kanal B, Bezug. |
| GND | X4 | 0,2–1,5 | Bezug des 24-V-Ausgangs. |
| BAT+ | X3D | – | Pufferbatterie 3,6 V für den Multiturn-Absolutwertgeber (Zubehör BAT-iSMD). |
| BAT− | X3D | – | Pufferbatterie minus. |
| DC+ | X5 | 0,5–6* | Leistungsversorgung 24–60 V DC, nominal 48 V. |
| DC− | X5 | 0,5–6* | Leistungsversorgung minus. |
| RB+ | X5 | 0,5–6* | Externer Bremswiderstand. |
| RB− | X5 | 0,5–6* | Externer Bremswiderstand. |
| FE ⏚ | FE | 0,5–6* | Gehäuse mit der Maschinenerde verbinden. |
* Klemmbereich nicht im Handbuch angegeben, hergeleitet.
Erste Schritte mit dem Kinco iSMD
In elf Schritten vom Anschließen zur ersten Bewegung: Versorgung, STO klären, mit Kinco Servo Pro verbinden, Geber einrichten, Eingänge prüfen, Tippbetrieb, Betriebsart wählen und speichern. Pulsbetrieb, Feldbus, Haltebremse und Bremswiderstand brauchst du nur, wenn deine Anwendung sie nutzt.
Alle Versorgungen trennen, bevor du Leitungen steckst oder klemmst.
Die Leistung gehört an DC+ und DC− (X5). Den Bremswiderstand nie an DC+ und DC− anschließen.
Netzteile nach PELV verwenden, bei STO-Modellen ist das Pflicht (Handbuch Kap. 3.3.4). Motor fest an der Maschine montieren, bevor er sich das erste Mal dreht.
1Versorgung anschließenPflicht
Leistung 24–60 V DC (nominal 48 V) über Leitungsschutzschalter und Sicherung an DC+ und DC− an X5. Das Gehäuse über die Erdungsschraube FE (IP65: PE) auf kurzem Weg mit der Maschinenerde verbinden.
Die Logikversorgung 24 V kommt an 24VS und GNDS: beim IP20-Modell an X3A Pin 15 und 16, beim IP65-Modell an X5 Pin 2 und 1. Bei den Modellen mit STO (…-AS, …-ES) ist sie Pflicht, bei den übrigen optional. Mit Logikversorgung bleiben Kommunikation und Position erhalten, wenn du die Leistung abschaltest.
Querschnitte, Leitungsschutz und Stecker für dein Modell zeigt der Anschlussplan.
Das Handbuch zeigt den Einbau auf einer Aluminiumplatte 255 × 255 × 8 mm zur Wärmeabfuhr (Kap. 2.3). Der Flansch braucht guten Kontakt zu Metall.
Über- und Unterspannung schaltet der Antrieb bei 68 ± 2 V bzw. 16 ± 2 V ab.
Verdrahtung „Versorgung 48 V“ zeigenVerdrahtung „Versorgung 48 V“ zeigenVerdrahtung „Logikversorgung 24 V“ zeigenVerdrahtung „Logikversorgung 24 V“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 1.3, 2.3, 3.3.1.3, 3.3.1.5, 3.3.2.5, 3.5
2STO: überbrücken oder Sicherheitsrelais (nur Modelle mit STO)Pflicht
Die Modelle …-AS und …-ES haben den STO-Anschluss X4. Ohne Signal an beiden STO-Eingängen lässt sich der Antrieb nicht freigeben. Für die erste Inbetriebnahme ohne Sicherheitsfunktion brückst du die interne 24V auf STOA+ und STOB+ sowie GND auf STOA− und STOB−. Beim IP65-Modell macht das der Brückenstecker M8-P6A-MWO.
Im Betrieb mit Personenschutz kommen STOA+ und STOB+ von zwei Kanälen eines Sicherheitsrelais oder einer Sicherheitssteuerung. Fällt einer der Kanäle ab, schaltet der Antrieb das Moment ab.
Modelle ohne STO (…-AA, …-EA, …-PA) haben keinen X4, dieser Schritt entfällt.
Parameter Wert Bedeutung 60F7.11 0 STO_Status: beide Kanäle High, kein Fehler STO_Status 60F7.11
Wert Fehlercode Bedeutung quittierbar 0 — STO A und B High, keine Diagnosefehler — 3 0xFF1A STO A fällt ab, B bleibt länger als 100 ms High ja 5 0xFF1B STO B fällt ab, A bleibt länger als 100 ms High ja 6 0xFF10 beide Kanäle während der Freigabe abgefallen oder beim Freigeben Low ja 1, 7 0xFF21, 0xFF20 Selbstdiagnose bzw. Hardwarefehler im STO-Kreis nein Kenndaten laut Handbuch: SIL 3, PL e. Vor dem Auslösen von STO bis zu 20 ms Reaktionszeit einrechnen.
STO trennt nicht die Spannung. Eine laufende Achse trudelt aus. Bei hängenden Lasten reicht STO allein nicht.
STO bei der Inbetriebnahme prüfen und dokumentieren, danach mindestens alle drei Monate auslösen.
Verdrahtung „STO überbrückt (ohne Sicherheitsfunktion)“ zeigenVerdrahtung „STO mit Sicherheitsrelais“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 3.3.1.4, 3.3.2.4, 3.3.4, Tab. 3-2, 3-3, Abb. 3-11, 3-12
3Mit Kinco Servo Pro verbindenPflicht
Eingestellt wird das iSMD mit der PC-Software Kinco Servo Pro (KS PRO). Sie unterstützt das iSMD und hat die übersichtlichste Bedienung. Die älteren Programme Kinco Servo+ und KincoServo3 (im Handbuch beschrieben) gehen ebenfalls.
Verbunden wird über ein USB-C-Datenkabel an X2. Die USB-C-Buchse arbeitet mit dem RS232-Protokoll, deshalb wählst du in Servo Pro RS232. Beim IP65-Modell sitzt X2 unter dem Deckel neben den Drehschaltern.
So geht’s
Leistung bzw. Logikversorgung einschalten.
In Servo Pro Start → Online mode öffnen.
Schnittstelle RS232 wählen, den COM-Port auswählen bzw. die Port-Liste aktualisieren. „Auto“ für die Baudrate und „Auto-Scan Node_ID“ angehakt lassen.
Start scanning klicken. Der Antrieb erscheint in der Liste.
Antrieb auswählen und Start config klicken. Servo Pro legt dabei ein Projekt an.
Nicht nur über USB versorgen: Bricht die Verbindung beim Speichern ab, meldet der Antrieb einen EEPROM-Fehler.
Unter Windows 7 bis 11 braucht die USB-C-Buchse normalerweise keinen Treiber.
Über X1 (RS-485) spricht das iSMD ab Werk Modbus RTU mit 38 400 bit/s. Für Servo Pro über RS-485 stellst du es mit 65100C.08 = 3 auf das RS232-Protokoll um, speicherst und startest neu (Kap. 4.1.2).
Beim IP65-Modell den Deckel nach dem Einstellen wieder schließen, sonst gilt die Schutzart nicht.
Verdrahtung „PC-Diagnose über USB-C“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 4.1.2; Hilfe Kinco Servo Pro Kap. 2.2
4Motor und Multiturn-Geber einrichtenPflicht
Motor, Geber und Antrieb sind im iSMD fest verbunden. Die Motordaten liest der Antrieb aus dem Geber. Unter Motor Config prüfst du, ob Servo Pro den Motor richtig anzeigt.
Die Modelle mit Q im Namen (z. B. DQAK) haben einen magnetischen Multiturn-Geber. Beim ersten Einschalten meldet der Antrieb 000.4, das ist normal: 2690.00 = 10 schreiben, dann neu starten oder den Fehler quittieren. Damit die Position im ausgeschalteten Zustand erhalten bleibt, steckst du die Batteriebox an X3D.
Die Modelle mit N (mechanischer Multiturn-Geber, 23 bit) brauchen keine Batterie.
Parameter Wert Bedeutung 3041.06 2 Motordaten aus dem Geber lesen (Werk) 2690.00 10 Geberstatus und Umdrehungszähler zurücksetzen (Fehler 000.4) 2340.0E 1 Multiturn abschalten: Q-Geber ohne Batterie wie Singleturn betreiben Nach 2690.00 ist der Antriebsfehler noch nicht quittiert. Erst Steuerwort 0x86 oder Neustart.
Mit 2340.0E = 1 geht die Position beim Ausschalten verloren. Nach dem Einschalten ist dann eine Referenzfahrt nötig.
Batterie: Unter 3,1 V warnt der Antrieb, unter 2,5 V gehen die Umdrehungen verloren (Fehler 000.4). Bei eingeschaltetem Antrieb kannst du die Batterie ohne Datenverlust tauschen.
Verdrahtung „Multiturn-Batterie“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 5.7.4, 7.15, Tab. 5-21
5Eingänge prüfen und Drehrichtung festlegenPflicht
Belegte Eingangsfunktionen können Freigabe und Tippbetrieb in Servo Pro sperren. Unter IO Config siehst du die Belegung, mit Batch Clear löschst du alle Funktionen, die du nicht brauchst.
Danach legst du fest, was du nutzt, z. B. DI1 = Freigabe. Endschalter schließt du als Öffner an: 0 heißt Endlage erreicht, diese Richtung ist gesperrt.
Beim IP65-Modell wählst du zusätzlich, ob die Eingänge PNP oder NPN schalten und ob die Ausgänge als Senke oder Quelle arbeiten.
Parameter Wert Bedeutung 2010.03–06 HEX Funktion DI1–DI4: 0001 Freigabe, 0002 Fehler quittieren, 0010 Endschalter +, 0020 Endschalter −, 0040 Referenzschalter, 1000 Schnellhalt 2010.0F / .10 0001 / 0002 DO1 Bereit, DO2 Fehler (Werk) 20101E 0 / 1 IP20: PUL und DIR als Pulseingang (Werk) bzw. als DI4 und DI5 20101F 0 / 1 IP65: Eingänge PNP (Werk) bzw. NPN, NPN nur mit Logikversorgung 20101D 0 / 1 IP65: Ausgänge als Senke (Werk) bzw. Quelle, Quelle nur mit Logikversorgung 607E.00 0 / 1 Drehrichtung: 0 = gegen den Uhrzeigersinn positiv (Werk), 1 = im Uhrzeigersinn positiv Das Handbuch ist bei der Werkseinstellung widersprüchlich: Die Parameterliste nennt für alle Eingänge 0000, Kap. 5.7.1 Endschalter an DIN4 und DIN5. Maßgeblich ist, was Servo Pro unter IO Config anzeigt.
Die IP20-Eingänge haben einen gemeinsamen Anschluss COMI: an 0 V für PNP-Geber, an +24 V für NPN-Geber.
Verdrahtung „Digitaleingänge“ zeigenVerdrahtung „Sensoren PNP“ zeigenVerdrahtung „Sensoren NPN“ zeigenVerdrahtung „Digitalausgänge an SPS“ zeigenVerdrahtung „Ausgänge an Relais“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 3.3.1.3, 3.3.2.3, 5.7.1, 7.9; Hilfe Kinco Servo Pro Kap. 2.3
6Tippbetrieb und ReversierfahrtPflicht
Unter JOG fährst du den Motor ohne Steuerung. Der Antrieb darf dabei nicht über einen Eingang oder Feldbus freigegeben sein, sonst lässt sich die Funktion nicht nutzen.
Vorher prüfen, dass die Mechanik frei laufen kann. Für die erste Fahrt eine niedrige Drehzahl wählen und auf Drehrichtung, Schwingungen und Geräusche achten.
Tippen
Tippdrehzahl eingeben.
Enable klicken.
CW oder CCW gedrückt halten. Der Motor dreht, solange du die Taste hältst.
Schwingt oder brummt die Achse, sofort stoppen und die Reglereinstellung prüfen (Handbuch Kap. 6).
Quelle: iSMD User Manual Kap. 4.3; Hilfe Kinco Servo Pro Kap. 2.3
7Betriebsart wählen und freigebenPflicht
Die Betriebsart stellst du in 6060.00 ein. Freigegeben wird über das Steuerwort 6040.00 nach CiA 402: erst 0x06, dann 0x07, dann 0x0F. Das Statuswort zeigt dann 0x0037.
Parameter Wert Bedeutung 6040.00 0x06 → 0x07 → 0x0F Freigabe; 0x2F → 0x3F absolut positionieren, 0x4F → 0x5F relativ, 0x86 Fehler quittieren 607A.00 inc Zielposition in Geberinkrementen 6098.00 35 Referenzfahrt: aktuelle Position wird Nullpunkt Betriebsarten 6060.00
Wert Betriebsart 1 Positionieren 3 Drehzahl mit Rampe −3 Drehzahl direkt, ohne Rampe, z. B. für den ersten Probelauf 4 Drehmoment 6 Referenzfahrt (Homing) −4 Pulsbetrieb, nur IP20 7 Interpolation über CANopen Bei EtherCAT setzt der Master die Betriebsart, unterstützt sind CSP, CSV, PP, PV, PT und HM.
Quelle: iSMD User Manual Kap. 1.3, 5.1, 5.5, Tab. 5-2
8Pulsbetrieb mit einer Steuerung (nur IP20)Optional
Im Pulsbetrieb (6060.00 = −4) gibt die Steuerung Puls und Richtung vor. Die Eingänge PUL und DIR nehmen 12–24 V bis 500 kHz. Das IP65-Modell kann keinen Pulsbetrieb.
Das elektronische Getriebe legt fest, wie viele Pulse eine Motorumdrehung ergeben: Zähler / Nenner = Inkremente je Umdrehung / Pulse je Umdrehung. Die Inkremente je Umdrehung zeigt Servo Pro unter Motor Config.
Parameter Wert Bedeutung 2508.03 0 / 1 / 2 Pulsart: CW/CCW, Puls/Richtung, A/B 2508.01 Zähler Elektronisches Getriebe, Zähler 2508.02 Nenner Elektronisches Getriebe, Nenner 2508.06 Filter Eingangsfilter, muss über der Pulsfrequenz liegen Geschirmte, verdrillte Leitung für die Pulse verwenden.
Die Drehrichtung kehrst du mit 607E.00 = 1 um.
Verdrahtung „Puls / Richtung von SPS“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 5.6, Tab. 5-16
9Feldbus: Stationsnummer und BaudrateOptional
AA/AS (RS-485 und CANopen): Die Drehschalter HI und LO ergeben die Stationsnummer 0x00–0x7F, HI also 0–7. Steht HI auf C, stellt LO die Baudrate ein. Werkseinstellung: CANopen 500 kbit/s, RS-485 38 400 bit/s, Modbus RTU mit 8 Datenbits, 1 Stoppbit, ohne Parität.
EA/ES (EtherCAT): Die Drehschalter ergeben den Station Alias 0x00–0xFF. X1A ist der Eingang vom Master, X1B geht zum nächsten Teilnehmer.
PA (PROFINET): keine Drehschalter, Gerätename und Adresse vergibt der Controller. Unterstützt werden die Telegramme 1, 3, 5, 9, 102, 105 und 111, IRT und DSC.
Drehschalter einstellen (AA/AS, EA/ES)
Antrieb ausschalten. Die Schalter werden nur beim Einschalten gelesen.
HI und LO mit einem Schlitzschraubendreher 2–2,5 mm einstellen.
Einschalten. Nach einer neuen Baudrate blinkt der Leuchtring zweimal grün.
Dieselbe Stationsnummer bzw. Baudrate in der Steuerung eintragen.
HI auf 8–B oder D–F ist ungültig: Der Leuchtring leuchtet rot, der Antrieb meldet einen CAN-Kommunikationsfehler.
An beiden Enden eines RS-485- oder CAN-Busses 120 Ω zwischen A und B bzw. CAN_H und CAN_L.
Verdrahtung „Modbus RTU (RS-485)“ zeigenVerdrahtung „CANopen“ zeigenVerdrahtung „EtherCAT“ zeigenVerdrahtung „PROFINET“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 1.3, 3.3.3, 4.1.2
10Haltebremse und BremswiderstandOptional
Die Modelle mit B im Namen (z. B. DQBK) haben eine Haltebremse. Der Antrieb versorgt und steuert sie selbst, ein eigener Anschluss oder ein 24-V-Netzteil dafür ist nicht nötig. Damit er sie richtig ansteuert, muss der Motor als Motor mit Bremse eingetragen sein.
Ein Bremswiderstand an RB+ und RB− (X5, nur IP20) nimmt die Energie beim Bremsen auf. Nötig wird er, wenn die Busspannung beim Bremsen über 63 V steigt und der Antrieb Überspannung (002.0) meldet. Für das IP65-Modell gibt es das Bremswiderstandsmodul PRC-69-40-20 V2.
Parameter Wert Bedeutung 6410.17 1 Motor mit Bremse 6410.11 70 % Tastgrad der Bremsspannung (Werk), empfohlen 40–90 % 6410.12 150 ms Bremsverzögerung (Werk) 605A.00 2 Schnellhalt mit Rampe, die Bremse fällt erst danach (Werk 0 = ungeregelt) Mindestwerte des Bremswiderstands: iSMD60D 5 Ω / 100 W, iSMD80D 3 Ω / 400 W. Kleinere Werte sind nicht zulässig.
Bei hängenden Lasten einen Motor mit Bremse wählen.
Verdrahtung „Bremswiderstand“ zeigen
Quelle: iSMD User Manual Kap. 1.3, 5.7.2, Tab. 5-19
11Speichern und sichernPflicht
Geänderte Parameter sind erst nach dem Speichern dauerhaft. Ohne Speichern sind sie nach dem nächsten Ausschalten weg.
Zusätzlich exportierst du die Parameter in Servo Pro als Datei .ksparam. Damit stellst du den Stand wieder her oder richtest weitere Antriebe gleich ein.
Parameter Wert Bedeutung 2FF0.01 1 Konfigurations- und Reglerparameter speichern (10 = auf Werkseinstellung zurücksetzen) 2FF0.03 1 Motorparameter speichern 2FFF.00 0xAA55 Antrieb neu starten Häufige Fehler
Code Fehler Typische Ursache FFF.F Motor nicht konfiguriert Motordaten passen nicht, unter Motor Config neu einlesen 000.2 Geberkommunikation Geber antwortet nicht 000.4 Geber intern Multiturn-Daten ungültig: 2690.00 = 10, Batterie prüfen (Schritt 4) 000.8 Geber-CRC Störungen, Erdung des Antriebs prüfen 001.0 Übertemperatur Wärmeabfuhr über den Flansch zu gering, Umgebung über 40 °C 002.0 Überspannung Rückspeisung beim Bremsen, Bremswiderstand vorsehen 004.0 Unterspannung Netzteil zu schwach oder Spannung bricht beim Beschleunigen ein 008.0 Überstrom Kurzschluss oder Fehler in der Endstufe 020.0 Schleppfehler Bremse nicht gelöst, Mechanik schwergängig, Grenzen zu klein 040.0 Logikspannung zu niedrig Logikversorgung prüfen 080.0 I²t Motor oder Antrieb Überlast oder schwergängige Mechanik Bei einem Fehler leuchtet die rote Anzeige ERR. Fehlercode und Fehlerspeicher (die letzten 8 Fehler) zeigt Servo Pro.
Fehler erst beheben, dann quittieren (Steuerwort 0x86 oder Eingang mit der Funktion Fehler quittieren).
Quelle: iSMD User Manual Kap. 7.11, 7.15, 10, Tab. 10-1, 10-5
Stand 1.0 · 03.10.2026 · Quelle: Kinco iSMD User Manual (03/2026), Broschüre K4E45 (07/2026), Hilfe zu Kinco Servo Pro (05/2026). Maßgeblich sind das Herstellerhandbuch und die geltenden Normen; Installation und Inbetriebnahme nur durch eine Elektrofachkraft.
Maße und Montage
Flanschmaße, Bohrbild und Platzbedarf des gewählten Modells. Die Ansicht ist vereinfacht, die Maße stammen aus den Kinco-Maßzeichnungen.
Alle Modelle
| Artikel | Leistung | B × H × T (mm) | Lochbild (mm) | Loch ⌀ (mm) | Gewicht (kg) |
|---|---|---|---|---|---|
| KS.iSMD60D.040.DQAK.AA.000 | iSMD60D-040 · 400 W | 60 × 90 × 107 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,4 |
| KS.iSMD60D.040.DQAK.AS.000 | iSMD60D-040 · 400 W | ||||
| KS.iSMD60D.040.DQBK.AA.000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse | 60 × 90 × 141 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,8 |
| KS.iSMD60D.040.DQBK.AS.000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD60D.040.DNAK.AA.000 | iSMD60D-040 · 400 W · Geber N | 60 × 90 × 114 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,4 |
| KS.iSMD80D.075.DQAK.AA.000 | iSMD80D-075 · 750 W | 80 × 110 × 125 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 2,4 |
| KS.iSMD80D.075.DQAK.AS.000 | iSMD80D-075 · 750 W | ||||
| KS.iSMD80D.075.DQBK.AA.000 | iSMD80D-075 · 750 W · Haltebremse | 80 × 110 × 158 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 3,1 |
| KS.iSMD80D.075.DQBK.AS.000 | iSMD80D-075 · 750 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD80D.100.DQAK.AA.000 | iSMD80D-100 · 1000 W | 80 × 110 × 140 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 2,9 |
| KS.iSMD80D.100.DQAK.AS.000 | iSMD80D-100 · 1000 W | ||||
| KS.iSMD80D.100.DQBK.AA.000 | iSMD80D-100 · 1000 W · Haltebremse | 80 × 110 × 173 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 3,6 |
| KS.iSMD80D.100.DQBK.AS.000 | iSMD80D-100 · 1000 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD60D.040.DQAK.EA.000 | iSMD60D-040 · 400 W | 60 × 98 × 107 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,4 |
| KS.iSMD60D.040.DQAK.PA.000 | iSMD60D-040 · 400 W | ||||
| KS.iSMD60D.040.DQBK.EA.000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse | 60 × 98 × 141 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,8 |
| KS.iSMD60D.040.DQBK.PA.000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD80D.075.DQAK.EA.000 | iSMD80D-075 · 750 W | 80 × 118 × 125 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 2,4 |
| KS.iSMD80D.075.DQAK.PA.000 | iSMD80D-075 · 750 W | ||||
| KS.iSMD80D.075.DQBK.EA.000 | iSMD80D-075 · 750 W · Haltebremse | 80 × 118 × 158 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 3,1 |
| KS.iSMD80D.075.DQBK.PA.000 | iSMD80D-075 · 750 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD80D.100.DQAK.EA.000 | iSMD80D-100 · 1000 W | 80 × 118 × 140 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 2,9 |
| KS.iSMD80D.100.DQAK.ES.000 | iSMD80D-100 · 1000 W | ||||
| KS.iSMD80D.100.DQAK.PA.000 | iSMD80D-100 · 1000 W | ||||
| KS.iSMD80D.100.DQBK.EA.000 | iSMD80D-100 · 1000 W · Haltebremse | 80 × 118 × 173 | Lochkreis ⌀ 90, Zentrierbund ⌀ 70 | 6,5 | 3,6 |
| KS.iSMD80D.100.DQBK.ES.000 | iSMD80D-100 · 1000 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD80D.100.DQBK.PA.000 | iSMD80D-100 · 1000 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD60D.040.DQAK.EA.000.P000 | iSMD60D-040 · 400 W | 60 × 108 × 122 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,6 |
| KS.iSMD60D.040.DQAK.ES.000.P000 | iSMD60D-040 · 400 W | ||||
| KS.iSMD60D.040.DQBK.EA.000.P000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse | 60 × 108 × 156 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 2,0 |
| KS.iSMD60D.040.DQBK.ES.000.P000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse | ||||
| KS.iSMD60D.040.DNAK.EA.000.P000 | iSMD60D-040 · 400 W · Geber N | 60 × 108 × 129 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 1,6 |
| KS.iSMD60D.040.DNBK.EA.000.P000 | iSMD60D-040 · 400 W · Haltebremse · Geber N | 60 × 108 × 163 | Lochkreis ⌀ 70, Zentrierbund ⌀ 50 | 5,5 | 2,0 |
Montage Schritt für Schritt
1Einbauort prüfen
Das iSMD wird mit dem Flansch an die Maschine geschraubt. Die IP20-Ausführung braucht einen trockenen, staubfreien Ort, die IP65-Ausführung ist am Gehäuse gegen Staub und Strahlwasser geschützt, am Wellenaustritt IP54.
Umgebungstemperatur −20 bis +40 °C, Luftfeuchte unter 90 %, ohne Betauung.
Aufstellhöhe bis 3000 m, ab 1000 m 1,5 % Leistungsreduzierung je 100 m.
Keine Späne, Ölnebel oder Kühlschmierstoff am Gerät, kein direktes Sonnenlicht, Abstand zu Wärmequellen.
Tropft Öl an die Welle, ein Modell mit Wellendichtring wählen und den Ölstand unter der Dichtlippe halten.
2Flansch befestigen
Vier Schrauben durch den Flansch in die Maschinenplatte. Der Zentrierbund (3 mm tief) sitzt in einer Bohrung der Platte und richtet die Welle aus. Die Bohrschablone 1:1 zeigt Lochkreis, Befestigungslöcher und Zentrierbohrung.
Die Platte führt die Wärme ab. Das Handbuch zeigt den Einbau auf einer Aluminiumplatte 255 × 255 × 8 mm (Kap. 2.3).
iSMD60D: 4 × ⌀ 5,5 mm auf Lochkreis ⌀ 70 mm, Zentrierbund ⌀ 50 mm.
iSMD80D: 4 × ⌀ 6,5 mm auf Lochkreis ⌀ 90 mm, Zentrierbund ⌀ 70 mm.
Schrauben M5 bzw. M6 passend zum Lochdurchmesser (hergeleitet, das Handbuch nennt keine Schraubengröße). Jede Befestigung sichern.
3Welle und Kupplung
Welle und Maschinenwelle müssen fluchten. Verbunden wird über eine Kupplung oder einen Spannsatz. Ungenaue Ausrichtung erzeugt Schwingungen und kann Lager und Geber beschädigen.
Welle mit Passfeder: iSMD60D ⌀ 14 × 30 mm, iSMD80D ⌀ 19 × 35 mm.
Riemenscheibe oder Kupplung über das Gewinde im Wellenende aufziehen (iSMD60D M5 × 15, iSMD80D M6 × 20), nie aufschlagen. Zum Abziehen einen Abzieher verwenden.
Höchste Wellenbelastung: iSMD60D radial 245 N, axial 74 N; iSMD80D radial 392 N, axial 147 N.
Drehende Teile mit einer Schutzabdeckung versehen.
4Platz für Stecker und Leitungen
Die Stecker sitzen oben auf dem Gehäuse. Darüber bleibt der Kabelraum frei, den die Kinco-Zeichnung angibt: 50 mm bei AA/AS, 60 mm bei EA/ES/PA, 80 mm beim IP65-Modell.
Für die Batteriebox des Multiturn-Gebers sieht die Zeichnung seitlich 30 mm vor.
Stecker nicht auf Zug belasten, Leitungen abfangen.
Biegeradius mindestens 5- bis 10-mal der Leitungsdurchmesser, in Schleppketten flexible Leitungen.
Leistungs- und Signalleitungen mit mindestens 30 cm Abstand verlegen.
Abstände in der Zeichnung zeigenVerdrahtung „Multiturn-Batterie“ zeigen
Stand 1.0 · 03.10.2026 · Quelle: Kinco-Maßzeichnungen iSMD60D/80D IP20 und IP65 (V1.0–V1.5, 2025), iSMD User Manual (03/2026) Kap. 1.3, 2.1, 2.2, 2.3. Maßgeblich sind das Herstellerhandbuch und die geltenden Normen; Installation nur durch eine Elektrofachkraft.
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