Frequenzumrichter · Quick Start Guide
INVT GD28 – Erstinbetriebnahme
Kompakter Allzweck-Frequenzumrichter mit STO (SIL3), eingebautem Brems-Chopper und optionaler Ethernet-Kommunikationskarte (PROFINET / EtherCAT / EtherNet/IP / Modbus TCP). Dieser Guide führt durch die wichtigsten Inbetriebnahmeschritte.
Zuerst die Nennwerte vom Motortypenschild eintragen. Diese Werte sind die Grundlage für das anschließende Autotuning (Teil B), das die elektrischen Motorparameter (Widerstände, Induktivitäten) automatisch ermittelt.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| P02.00 | Motortyp | 0 | 0 = Asynchronmotor (AM) · 1 = Permanentmagnet-Synchronmotor (SM) |
| P02.01 | Nennleistung | Typenschild (kW) | z. B. 2,2 kW |
| P02.02 | Nennfrequenz | 50,00 Hz | Standard für Europa; Typenschild prüfen |
| P02.03 | Nenndrehzahl | Typenschild (RPM) | z. B. 1450 RPM (4-polig, 50 Hz) |
| P02.04 | Nennspannung | Typenschild (V) | z. B. 400 V (Dreieck-Schaltung) |
| P02.05 | Nennstrom | Typenschild (A) | Nennstrom der gewählten Schaltung |
Das Autotuning ermittelt die elektrischen Motorparameter automatisch und ist die Voraussetzung für eine präzise Regelung. Bei Vektorregelung (P00.00 = 0 oder 1) ist das Autotuning zwingend erforderlich, im V/F-Modus (P00.00 = 2, Werkseinstellung) ist es optional, aber empfohlen.
| Parameter | Wert | Methode | Last abkoppeln? |
|---|---|---|---|
| P00.15 | 1 | Vollständig rotierend — höchste Genauigkeit, Motor dreht. Beste Wahl für anspruchsvolle Vektorregelung. | Ja — Motor muss im Leerlauf (lastfrei) sein |
| 2 | Vollständig statisch — Motor dreht nicht, alle statischen Parameter werden ermittelt. | Nein — Last darf angekoppelt bleiben | |
| 3 | Partiell statisch — nur Teilparameter, schnellster Abgleich. | Nein — Last darf angekoppelt bleiben |
- P00.01 = 0 setzen (Steuerung über Bedieneinheit/Tastatur — Voraussetzung für Autotuning).
- P00.15 auf 1, 2 oder 3 setzen (siehe Tabelle) und mit
ENTbestätigen. Im Display erscheint-TUN-. - RUN-Taste drücken. Der Umrichter startet das Autotuning und zeigt die Schritte an (z. B.
TUN-1). Bei rotierendem Autotuning (P00.15 = 1) dreht der Motor jetzt. - Warten, bis das Display
-End-anzeigt. Das Autotuning ist abgeschlossen, die ermittelten Werte sind in P02.06–P02.14 gespeichert.
RUN/STOP-Tasten am 5-stelligen LED-Display steuern den Antrieb direkt.
Start/Stopp über DI-Klemmen (DI1–DI4). Klemmenfunktionen in Schritt 5 konfigurieren.
Start/Stopp über Modbus RTU (RS-485) oder optionale Ethernet-Karte. Kommunikationsparameter in Schritt 6 konfigurieren.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| P00.01 | Steuerbefehlsquelle | 0 / 1 / 2 | Wert laut gewünschter Steuerart wählen |
P00.01 = 2 zusätzlich P00.02 prüfen. Für Modbus RTU Standardwert 0 belassen. Für die optionale Ethernet-Karte (EC-TX149) das Protokoll unter P24.00 auswählen.
Sollfrequenz über die Bedieneinheit oder Parameter
P00.10 (Keypad-Frequenzvorgabe, Standard 50,00 Hz).
0–10 V oder 0–20 mA (umschaltbar per Hardware-Jumper an der Steuerkarte).
−10–10 V oder 0–20 mA. Für bipolare Sollwertvorgabe geeignet.
Pulsfrequenz bis 50 kHz.
P05.00 = 0 (HDI1 als Pulseingang) erforderlich.
Bis zu 16 Festfrequenzen über DI-Bits auswählbar (Gruppe P10, Parameter P10.02–P10.32).
Frequenzsollwert wird vom internen PID-Regler (Gruppe P09) berechnet.
Frequenzsollwert über RS-485 (Register 0x2001) oder optionale Ethernet-Karte.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| P00.06 | Hauptfrequenzquelle A | 0–8 | Wert laut gewünschtem Sollwertgeber wählen |
| P00.03 | Maximale Ausgangsfrequenz | 50,00 Hz | Obergrenze; nur bei Bedarf ändern |
| P00.10 | Keypad-Frequenzvorgabe | 50,00 Hz | Nur relevant bei P00.06 = 0 (Tastaturvorgabe) |
Die Rampenzeiten definieren den Zeitraum, in dem der Antrieb von 0 Hz auf die maximale Ausgangsfrequenz (P00.03) hochläuft bzw. abbremst. Zu kurze Rampen können Überstrom- oder Überspannungsabschaltungen auslösen.
| Parameter | Bezeichnung | Werkseinstellung | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| P00.11 | Hochlaufzeit 1 | modellabh. | Zeit von 0 Hz auf P00.03 (maximale Ausgangsfrequenz) |
| P00.12 | Bremszeit 1 | modellabh. | Zeit von P00.03 auf 0 Hz |
| P01.05 | Kurvenform | 0 | 0 = lineare Rampe; 1 = S-Kurve (sanfterer Anlauf für empfindliche Lasten) |
Der GD28 hat 4 physische Digitaleingänge (DI1–DI4) sowie den Hochfrequenzeingang HDI1 (bis 50 kHz). Alle DI unterstützen PNP- und NPN-Beschaltung (umschaltbar per Hardware-Jumper an der Steuerkarte).
| Klemme | Parameter | Werkseinstellung | Häufig genutzte Alternativen |
|---|---|---|---|
| DI1 | P05.01 | 1 = Vorwärtslauf | 2 = Rückwärtslauf · 56 = Not-Stopp |
| DI2 | P05.02 | 4 = JOG vorwärts | 2 = Rückwärtslauf · 9 = Externer Fehler |
| DI3 | P05.03 | 7 = Fehler-Reset | 8 = Pause · 13–15 = Frequenzquelle A/B/Kombi |
| DI4 | P05.04 | 0 = Keine Funktion | Auch als PTC-Eingang (Motortemperatursensor) nutzbar |
| HDI1 | P05.00 | 0 = Pulseingang (bis 50 kHz) | 1 = normaler Digitaleingang; Funktion über P05.11 |
| Klemme | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
| STO1 | STO-Kanal 1 (+24V–STO1) | Werkseitig mit +24 V gebrückt (STO inaktiv). Für SIL3-Anwendung Jumper entfernen und externes Sicherheitssignal anlegen. |
| STO2 | STO-Kanal 2 (+24V–STO2) | Wie STO1 — redundanter zweiter Kanal. Beide Kanäle müssen gleichzeitig aktiv sein. Reaktionszeit ≤ 20 ms. Abgeschirmtes Kabel ≤ 25 m verwenden. |
P05.05–P05.08) sind virtuelle Eingänge ohne physischen Klemmenanschluss — nur über Kommunikation schaltbar (Modbus-Register 0x200A).
| Parameter | Bezeichnung | Empf. Einstellung | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| P14.00 | Geräteadresse | 1 | Eindeutige Slave-Adresse 1–247. Werkseinstellung: 1. 0 = Broadcast (nur Empfang). |
| P14.01 | Baudrate | 4 | 4 = 19200 Baud (Werkseinst.) · 3 = 9600 · 5 = 38400 · 6 = 57600 · 7 = 115200 |
| P14.02 | Datenformat | 0 | 0 = N,8,1 RTU (für die meisten PLCs empfohlen) · 1 = E,8,1 RTU (Werkseinst.) · 2 = O,8,1 RTU |
| P14.04 | Kommunikations-Timeout | 0,0 s | 0,0 = deaktiviert. In Produktionsanlagen 1,0–5,0 s empfohlen. |
| P14.05 | Verhalten bei Komm.-Fehler | 0 | 0 = Alarm + Freilaufstopp · 2 = Stopp (nur im Kommunikationsmodus) |
| Bezeichnung | Hex-Adresse | Dez. | Wert (Hex) | Wert (Dez) | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|---|
| Steuerwort (Schreiben) | 0x2000 | 8192 | 0x0001 | 1 | Vorwärtslauf starten (Bit 0 = 1) |
| 0x2000 | 8192 | 0x0020 | 32 | Verzögerungsstopp (Bit 5 = 1) | |
| 0x2000 | 8192 | 0x0040 | 64 | Fehler-Reset (Bit 6 = 1) | |
| Frequenzsollwert (Schreiben) | 0x2001 | 8193 | 0x1388 | 5000 | 50,00 Hz · Auflösung 0,01 Hz · 5000 = 50,00 Hz |
| Ausgangsfrequenz (Lesen) | 0x3000 | 12288 | Istwert | Tatsächliche Ausgangsfrequenz (0,01 Hz) | |
| Ausgangsstrom (Lesen) | 0x3004 | 12292 | Istwert | Ausgangsstrom (0,01 A) | |
P00.01 = 2 (Steuerquelle: Kommunikation) und P00.06 = 10 (Frequenzquelle: Kommunikation) setzen.
Der GD28 verfügt in allen Leistungsklassen über einen eingebauten Brems-Chopper. Zur Nutzung muss ein passender externer Bremswiderstand an die Bremswiderstands-Klemmen des Geräts angeschlossen werden (Anschlussplan im Handbuch V1.3, Kapitel Verdrahtung).
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| P08.39 | Dynamisches Bremsen aktivieren | 1 | 0 = Deaktiviert (Werkseinstellung) · 1 = Aktiviert |
| P08.40 | Brems-Schwellspannung | 700 V | DC-Busspannung, bei der der Brems-Chopper einschaltet. Werkseinstellung für 380-V-Geräte: 700 V · Für 220-V-Geräte: 380 V. Wertebereich: 200,0–2000,0 V. |
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