Kinco Frequenzumrichter · Quick Start Guide
KC100 – Erstinbetriebnahme
Kompakter FU für 1-phasig 230 V und 3-phasig 400 V. Dieser Guide führt in 8 Schritten durch die Erstinbetriebnahme.
4× Digital IN (DI1–DI4)
1× Analog IN · 1× Analog OUT
Modbus RTU (RS485)
Brems-Chopper integriert
Vektorregelung · Autotuning
Sicherheitshinweis vor der Inbetriebnahme
Vor dem Einschalten Netzspannung abschalten, alle Klemmen festziehen und den Motor auf die FU-Leistung abstimmen.
Keinen Schütz zwischen FU-Ausgang (U/V/W) und Motor schalten — der FU muss den Motorstrom jederzeit messen können.
Das vollständige Handbuch (Kinco KC100 User Manual) muss vor der Inbetriebnahme gelesen werden.
Typenschilddaten eingeben — Gruppe F02
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F02.01 | Motorleistung | z. B. 1.5 kW | Nennleistung laut Typenschild |
| F02.02 | Motorspannung | z. B. 400 V | Nennspannung laut Typenschild |
| F02.03 | Motorstrom | z. B. 3.7 A | Nennstrom laut Typenschild |
| F02.04 | Motordrehzahl | z. B. 1450 rpm | Nenndrehzahl laut Typenschild |
| F02.05 | Motorfrequenz | 50 Hz | Nennfrequenz (Standard Europa) |
Tipp: Nach Eingabe der Motorparameter kann ein Auto-Tuning gestartet werden:
F02.27 = 1 (statisch) oder F02.27 = 2 (rotierend), dann FWD-Taste drücken.
Empfohlen für Vektorregelung.
F01.03 — Steuerquelle für Start / Stop / Drehrichtung
0
Bedienteil (Tastatur) — Werkseinstellung
Start/Stop über Tasten am Bedienfeld. Ideal für Testbetrieb und manuelle Steuerung.
Start/Stop über Tasten am Bedienfeld. Ideal für Testbetrieb und manuelle Steuerung.
1
Klemmen-I/O
Start/Stop über externe Digitaleingänge (z. B. DI1/DI2). Typisch für SPS-Steuerung.
Start/Stop über externe Digitaleingänge (z. B. DI1/DI2). Typisch für SPS-Steuerung.
2
Kommunikation (Modbus RTU)
Start/Stop über RS485/Modbus. Für Fernsteuerung oder Bussysteme.
Start/Stop über RS485/Modbus. Für Fernsteuerung oder Bussysteme.
Bei Wert
1 (Klemmen) muss zusätzlich die Funktion der DI-Eingänge in Gruppe F04 konfiguriert werden (→ Schritt 5).
F01.04 — Quelle des Frequenzsollwerts
0
Tastatur / Bedienteil — Werkseinstellung
Sollfrequenz direkt am Bedienfeld eingeben (F01.01). Ideal für Testbetrieb.
Sollfrequenz direkt am Bedienfeld eingeben (F01.01). Ideal für Testbetrieb.
1
AI (Analogeingang)
0–10 V oder 4–20 mA an Klemme AI. Typisch für Potentiometer oder SPS-Analogausgang.
0–10 V oder 4–20 mA an Klemme AI. Typisch für Potentiometer oder SPS-Analogausgang.
5
Kommunikation (Modbus)
Sollfrequenz über Modbus RTU vorgeben. Für vollständige Bussteuerung.
Sollfrequenz über Modbus RTU vorgeben. Für vollständige Bussteuerung.
7
PID-Regler
Interner PID-Regler als Stellantrieb. Für Prozessregelung (Druck, Durchfluss, Temperatur).
Interner PID-Regler als Stellantrieb. Für Prozessregelung (Druck, Durchfluss, Temperatur).
Ergänzende Parameter für Analogeingang (AI)
| Parameter | Bezeichnung | Typischer Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F05.01 | AI Eingangstyp | 0 oder 1 | 0 = 0–10 V, 1 = 4–20 mA (Jumper beachten) |
| F01.13 | Max. Frequenz | 50.00 Hz | Entspricht 10 V / 20 mA am AI |
| F01.12 | Min. Frequenz | 0.00 Hz | Entspricht 0 V / 4 mA am AI |
Gruppe F01 — Beschleunigungs- und Verzögerungszeit
| Parameter | Bezeichnung | Werkseinstellung | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F01.19 | Hochlaufzeit 1 | 10.0 s | Zeit von 0 Hz auf Max.-Frequenz. Zu kurz → Überstrom-Fehler. |
| F01.20 | Ablaufzeit 1 | 10.0 s | Zeit von Max.-Frequenz auf 0 Hz. Zu kurz → Überspannungs-Fehler. |
Faustregel: Rampe ≥ Masseträgheit des Antriebs. Bei kurzen Ablaufzeiten und großen Massen
unbedingt den integrierten Brems-Chopper aktivieren (→ Schritt 7). Sonst Fehler
OUE (Überspannung).
Steuerklemmen KC100 — Übersicht
| Klemme | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
| +10V | +10 V Referenzspannung | Für Potentiometer (max. 20 mA) |
| AI | Analogeingang 0–10 V / 4–20 mA | Frequenzsollwert oder PID-Istwert |
| AO | Analogausgang 0–10 V / 4–20 mA | Ausgangsfrequenz, Strom etc. (F06.01) |
| DI1 | Digitaleingang 1 | Standard: Vorwärtslauf (FWD) |
| DI2 | Digitaleingang 2 | Standard: Rückwärtslauf (REV) |
| DI3 | Digitaleingang 3 | Frei belegbar (F04.03) |
| DI4 | Digitaleingang 4 | Frei belegbar (F04.04) |
| GND | Masse (Bezugspotential) | Gemeinsame Masse für DI / AI / AO |
| DO | Digitalausgang (Open Collector) | Konfigurierbar F06.05 |
| RA/RB/RC | Relaisausgang | RA-RB: NC · RA-RC: NO — Funktion F06.04 |
| RB+/RB− | Bremswiderstand-Anschluss | Integrierter Brems-Chopper (→ Schritt 7) |
F04.01–F04.04 — Funktion der Digitaleingänge
| Parameter | Klemme | Wert → Funktion | Häufige Belegung |
|---|---|---|---|
| F04.01 | DI1 | 1 = FWD | Vorwärtslauf (Standard) |
| F04.02 | DI2 | 2 = REV | Rückwärtslauf (Standard) |
| F04.03 | DI3 | 9 = Reset | Fehler-Quittierung (extern) |
| F04.04 | DI4 | 7 = Jog | Tipp-Betrieb |
Gruppe F14 — Kommunikationsparameter
| Parameter | Bezeichnung | Typischer Wert | Optionen |
|---|---|---|---|
| F14.03 | Slave-Adresse | 1 | Bereich 1–247. Jedes Gerät im Bus braucht eine eindeutige Adresse. |
| F14.01 | Baudrate | 5 = 38400 bps | 0=1200 · 1=2400 · 2=4800 · 3=9600 · 4=19200 · 5=38400 · 6=57600 · 7=115200 |
| F14.02 | Parität / Stoppbits | 0 = N,8,1 | 0=N,8,1 · 1=E,8,1 · 2=O,8,1 · 3=N,8,2 — Standard: 0 (N,8,1) |
Holding-Register — Betriebsbefehl (Steuerwort)
| Bezeichnung | Hex-Adresse | Dez.-Adresse | Wert (Hex) | Wert (Dez) | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|---|
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0001 | 1 | Vorwärtslauf starten (FWD) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0002 | 2 | Rückwärtslauf starten (REV) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0005 | 5 | Freilaufstopp (Coast-Stop) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0006 | 6 | Rampenstopp (geregelt) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0007 | 7 | Fehler-Quittierung (Reset) |
Holding-Register — Frequenzsollwert
| Bezeichnung | Hex-Adresse | Dezimal-Adresse | Wertebereich | Auflösung |
|---|---|---|---|---|
| Frequenzsollwert | 0x7010 | 28688 | 0 – 60000 |
Einheit: 0,01 Hz Beispiel: 5000 = 50,00 Hz · 2500 = 25,00 Hz |
Voraussetzungen für Modbus-Betrieb:
Modbus Function Code:
RS485-Abschlusswiderstand (120 Ω) am letzten Teilnehmer nicht vergessen. Adresse F14.03, Baudrate F14.01, Format F14.02.
F01.03 = 2 (Steuerquelle = Kommunikation) und
F01.04 = 5 (Frequenzquelle = Kommunikation) setzen.Modbus Function Code:
0x06 (Write Single Register) zum Schreiben,
0x03 (Read Holding Registers) zum Lesen.RS485-Abschlusswiderstand (120 Ω) am letzten Teilnehmer nicht vergessen. Adresse F14.03, Baudrate F14.01, Format F14.02.
Gruppe F13 — Brems-Chopper (integriert im KC100)
| Parameter | Bezeichnung | Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F13.17 | Brems-Chopper Aktivierung | 1 = Aktiviert | 0 = deaktiviert (Werkseinstellung) · 1 = aktiviert |
| F13.18 | Einschwellspannung | 700 V | 400 V-Netz: ca. 700 V · 230 V-Netz: ca. 390 V |
Externer Bremswiderstand erforderlich!
Der Chopper-Transistor ist im KC100 integriert — ein externer Bremswiderstand an Klemmen RB+/RB− muss vom Kunden bereitgestellt werden. Widerstandswert und Leistung nach Herstellervorgabe berechnen. Ohne angeschlossenen Widerstand darf der Chopper nicht aktiviert werden.
Der Chopper-Transistor ist im KC100 integriert — ein externer Bremswiderstand an Klemmen RB+/RB− muss vom Kunden bereitgestellt werden. Widerstandswert und Leistung nach Herstellervorgabe berechnen. Ohne angeschlossenen Widerstand darf der Chopper nicht aktiviert werden.
Vor dem ersten Start vollständig abarbeiten
Fehleranzeige: Bei Fehleranzeige am Display
(
OC1 = Überstrom · OUE = Überspannung · EF = externer Fehler)
im Handbuch Kapitel „Fault Handling" nachschlagen.
Fehler quittieren: STOP-Taste oder DI mit F04.xx = 9.
KC100 im Shop
· Dieses Dokument ersetzt nicht das vollständige Kinco KC100 User Manual.
Rev. 1.1
Wer einen kompakten Frequenzumrichter für den Antrieb von Asynchronmotoren sucht und dabei echtes Modbus RTU, Vektorregelung und integrierten Brems-Chopper benötigt, findet im Kinco KC100 einen wirtschaftlichen Einstieg ohne Kompromisse bei Funktion oder Zuverlässigkeit. Mit Leistungen von 0,4 bis 5,5 kW deckt der KC100 die meisten Standardanwendungen in Maschinenbau und Automatisierung ab — einphasig 230 V oder dreiphasig 400 V.
🏭 Typische Einsatzfelder
Pumpen & Lüfter mit PID-Regelung: Der integrierte PID-Regler ermöglicht eine einfache Druckregelung, Durchflusssteuerung oder Temperaturführung — ohne externe Regler. Frequenzvorgabe über Analogeingang 0–10 V oder 0–20 mA.
Fördertechnik und Serienmaschinen: Die S-Kurven-Rampe sorgt für ruckfreies Anfahren und Abbremsen — ideal für Positionieraufgaben oder träge Lasten wie Förderbänder und Wickelantriebe.
Einbindung in Modbus-RTU-Netzwerke: Im Gegensatz zum Vorgänger CV20 nutzt der KC100 echtes Modbus RTU (RS-485) mit standardisierten Function Codes — er lässt sich problemlos in bestehende SPS-Strukturen einbinden und per übergeordneter Steuerung parametrieren.
Anlagen mit schwankender Netzspannung: Die AVR-Spannungsregelung gleicht Netzschwankungen aktiv aus — nützlich bei industriellen Netzen mit schlechter Qualität oder instabiler Versorgung.
⚙️ Neuerungen gegenüber dem Vorgänger CV20
Kinco hat den KC100 (eingeführt 2024) als gezieltes Upgrade zur CV20-Serie entwickelt und gibt Preisentwicklungen in der Leistungselektronik direkt an Endkunden weiter:
AVR-Spannungsregelung zum aktiven Ausgleich schwankender Netzspannungen
Vektorregelung (SVC) — 150 % Nenndrehmoment bereits bei 0,5 Hz, Drehzahlregelbereich 1:200
S-Kurven-Rampe für ruckfreies Anfahren und Abbremsen, vier Rampengruppen wählbar
Integrierter Brems-Chopper zum Abbremsen träger Lasten (externer Bremswiderstand anschließbar)
Autotuning der Motorparameter für bessere Laufruhe
Speed-Tracking — Ermittlung der aktuellen Motordrehzahl und fliegender Start ab aktueller Drehzahl
Netzausfall-Überbrückung (Instantaneous Non-Stop) — der Umrichter speist beim Netzeinbruch kinetische Energie des Motors zurück und hält den Betrieb kurzzeitig aufrecht, ohne abzuschalten
Wellenstrom-Begrenzung (Wave-by-Wave) — begrenzt den Strom pulsweise bei plötzlichen Laststößen und verhindert so Fehlabschaltungen, ohne dass die übergeordnete Steuerung eingreifen muss
Echtes Modbus RTU (RS-485) mit standardisierten Function Codes — der CV20 nutzte proprietären Function Code 41 für die dauerhafte Parametrierung
Maximalfrequenz 600 Hz für Hochdrehzahlanwendungen
Bedarfsgesteuerte Lüfterdrehzahl statt Dauerbetrieb — schont den Lüfter und verlängert die Lebensdauer
Federklemmen am E/A-Terminal für schnelle Verdrahtung in der Serienfertigung
Erweiterungsanschluss (CN2) für externes Bedienteil — Kabel bis 10 m, Parameterübertragung zwischen Geräten möglich
Folgende Funktionen sind ebenfalls verfügbar (wie bereits beim CV20):
Frequenzvorgabe über Frequenztabelle mit 8 festen Werten über 3 Digitaleingänge
Frequenzvorgabe über Analogeingang 0–10 V und 0–20 mA
Frequenzvorgabe über Modbus RTU und integrierten PID-Regler
Frequenzvorgabe über Impulseingang bis 50 kHz
⚠️ Bekannte Einschränkungen
Kein integrierter EMV-Filter: Ein externer EMV-Filter ist für den CE-konformen Betrieb in europäischen Anlagen erforderlich. Passende Filter für jedes Modell sind separat erhältlich.
🔌 Anschlüsse & Steuerein-/ausgänge
4 Digitaleingänge (DI1–DI4): NPN/PNP kompatibel, Aktivpegel 9–30 V. DI1–DI3 als Niedrigfrequenzeingänge, DI4 auch als Hochgeschwindigkeits-Impulseingang bis 50 kHz nutzbar.
1 Analogeingang (AI): 0–10 V oder 0–20 mA, per DIP-Schalter umschaltbar. Interne 10-V-Referenzspannung (+10V-Klemme) vorhanden.
1 Digitalausgang (DO): Open-Collector, Pulsausgang bis 50 kHz. Gibt physikalische Größen wie Sollfrequenz oder Istfrequenz aus.
1 Analogausgang (AO): 0–10 V oder 0–20 mA, per DIP-Schalter umschaltbar.
1 Relaisausgang (TA/TB/TC): Schließer (TA–TC) und Öffner (TA–TB), Schaltvermögen 3 A / 250 V AC bzw. 1 A / 30 V DC.
RS-485 (Modbus RTU): Client/Server (ehem. Master/Slave) für Parametrierung und Steuerung über SPS oder PC.
Netzwerkanschluss (CN2): Für externes Bedienteil NETKEY mit bis zu 10 m Kabellänge und Parameterkopier-Funktion.
🔧 Leistungsdaten & Montage
Schutzgrad IP20, Wandmontage. Gehäusebreite ab 65 mm — unabhängiger Luftkanal trennt Kühlluft von der Elektronik und ermöglicht 20 % kompaktere Bauweise gegenüber der Vorgängergeneration.
Überlastreserve: 150 % des Nennstroms für 60 s, 180 % für 3 s — ausreichend für schwere Anlauflasten und kurze Spitzenbelastungen.
Betriebstemperatur: −10 °C bis +50 °C (ab +40 °C: 1 % Derating je 100 m Höhe bzw. je Grad). Lagertemperatur: −25 °C bis +70 °C.
Mindestabstände: 100 mm oben und unten, 25 mm links und rechts für ausreichende Belüftung.
Gewicht: 0,85 kg (einphasig 0,4–1,5 kW) · 0,90 kg (dreiphasig 0,75–1,5 kW) · 1,20 kg (einphasig 1,5–2,2 kW) · 1,30 kg (dreiphasig 2,2–5,5 kW).
🚀 Quick Start Guide & Inbetriebnahme
Für eine schnelle Inbetriebnahme steht ein geführter Online-Guide zur Verfügung — mit Schritt-für-Schritt-Parametrierung für Motorparameter, Steuerquelle, Frequenzvorgabe und Modbus RTU:
→ Kinco KC100 Quick Start Guides
🏷️ Hersteller und Zuverlässigkeit
Kinco Automation ist ein etablierter Hersteller mit langjähriger Erfahrung in der Entwicklung von Frequenzumrichtern, HMI und Antriebstechnik für den globalen Industriemarkt. Der KC100 ist CE-zertifiziert und erfüllt die EMV-Anforderungen für den industriellen Einsatz in Europa. Kinco-Frequenzumrichter sind bei zahlreichen spstiger-Kunden in Deutschland produktiv im Einsatz.
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