Frequenzumrichter · Quick Start Guide
Kinco KC100 – Erstinbetriebnahme
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur sicheren Erstinbetriebnahme eines Kinco KC100 Frequenzumrichters mit Asynchronmotor — von den Motorparametern über die Sollwertquelle bis zum Modbus-Betrieb.
Der KC100 unterstützt ausschließlich Asynchronmotoren. Die folgenden Parameter direkt vom Motor-Typenschild übernehmen. Erst danach das Autotuning starten — sonst arbeitet die Vektorregelung mit Defaultwerten und verliert Drehmoment- und Drehzahlqualität.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F03.02 | Motornennleistung | Typenschild kW | z. B. 1,5 kW · Bereich 0,1–15,0 kW |
| F03.03 | Motornennspannung | Typenschild V | z. B. 230 V (1-phasig) oder 400 V (3-phasig) |
| F03.04 | Motornennstrom | Typenschild A | Bereich 0,01–100,00 A |
| F03.05 | Motornennfrequenz | 50.00 Hz | In Europa typisch 50 Hz |
| F03.06 | Motornenndrehzahl | Typenschild rpm | z. B. 1430 rpm (4-poliger Motor) · Bereich 1–65535 rpm |
| F03.09 | Motor-Autotuning | 1 | 1 = Statische Selbstvermessung (Motor bleibt stehen, empfohlen) · 2 = Rotierende Selbstvermessung (Motor muss frei drehen können) |
1 oder 2
stellen, dann RUN am Bedienteil drücken. Der Umrichter führt die
Selbstvermessung durch und schreibt die Ergebnisse automatisch in F03.10–F03.14
(Statorwiderstand, Rotorwiderstand, Streuinduktivität, Gegeninduktivität, Leerlaufstrom).
Erst nach dem Autotuning hat der Vektormodus die volle Drehmomentqualität.
Der KC100 kennt keinen Parameter „Motortyp" (kein F03.00). Die Serie unterstützt ausschließlich Asynchronmotoren — die Motorgruppe beginnt direkt mit F03.02. Synchronmotoren (PMSM) und ein Motor-2-Datensatz sind dem KC200 vorbehalten.
Legt fest, woher der Frequenzumrichter den Start/Stopp-Befehl bekommt. Bestimmt nur den Start-/Stopp-Befehl — der Frequenzsollwert wird separat in F01.04 festgelegt (siehe Schritt 3).
Werkseinstellung. Ideal für erste Tests und manuellen Betrieb.
Für externen Tasterbetrieb (Typische DI-Belegung siehe Schritt 5).
Steuerung durch eine SPS oder ein HMI über RS-485 (Details in Schritt 6).
Legt fest, woher der Frequenzsollwert kommt. Unabhängig von der Steuerquelle in F01.03 wählbar.
Werkseinstellung. F01.10 = 50,00 Hz Default.
Skalierung über F09-Gruppe (Min/Max-Spannung, Min/Max-Frequenz).
Praktisch für lokale Tests ohne externe Hardware.
Schreibwert 0–60000 entspricht 0,00–600,00 Hz (Auflösung 0,01 Hz).
DI4 ist beim KC100 der einzige pulsfähige Eingang.
Konfiguration in Gruppe F16.
Bis zu 8 Stufen über 3 DI-Eingänge mit Funktion 21–23 (siehe Schritt 5).
F01.11 = Maximalfrequenz (Default 50 Hz, max. 600 Hz),
F01.13 = obere Grenze, F01.14 = untere Grenze.
F01.10 hält den digitalen Sollwert beim Tastaturbetrieb.
Die Rampenzeiten beziehen sich standardmäßig auf die Maximalfrequenz (F01.11). Bei 50 Hz und einer Hochlaufzeit von 10 s vergehen also 10 s, bis der Antrieb von 0 auf 50 Hz beschleunigt.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F01.21 | Bezugsgröße der Rampen | 0 | 0 = Maximalfrequenz F01.11 · 1 = Sollfrequenz |
| F01.22 | Zeiteinheit | 1 | 0 = 1 s · 1 = 0,1 s (Werkseinstellung) |
| F01.23 | Hochlaufzeit 1 | 10.0 s | Bereich 0,0–6000,0 s · Werkseinstellung 10,0 s |
| F01.24 | Bremszeit 1 | 10.0 s | Bereich 0,0–6000,0 s · Werkseinstellung wie F01.23 |
| F01.20 | Rampenform | 0 | 0 = Linear · 1 = S-Kurve (für ruckfreies Anfahren) |
Der KC100 hat 4 digitale Eingänge (DI1–DI4), einen Analogeingang, einen Analogausgang und ein Relais. DI4 ist gleichzeitig pulsfähig (Hochfrequenzpuls). Nur relevant, wenn F01.03 = 1 (Klemmen-I/O) gewählt wurde.
| Klemme | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
| DI1 | Vorwärtslauf (FWD) — Werkseinstellung | F08.00 = 1 |
| DI2 | Rückwärtslauf (REV) — Werkseinstellung | F08.01 = 2 |
| DI3 | Frei belegbar | F08.02 = 0 (Werkseinstellung: keine Funktion) |
| DI4 | Frei belegbar · zusätzlich Hochfrequenzpulseingang | F08.03 = 0 · für PULSE-Sollwert F08.03 = 47 |
| COM | Gemeinsame Masse für DI1–DI4 | Bezugspotential für die Digitaleingänge |
| AI | Analogeingang 0–10 V oder 0/4–20 mA | Jumper auf der Steuerkarte beachten (V/I) |
| AO | Analogausgang 0–10 V oder 0/4–20 mA | Jumper auf der Steuerkarte beachten (V/I) |
| TA-TB-TC | Relaisausgang (Wechslerkontakt) | Standard: „FU-Fehler" — Funktion über F10.02 änderbar |
| Wert | Funktion | Wert | Funktion |
|---|---|---|---|
| 1 | Vorwärtslauf (FWD) | 16 | Fehler-Quittierung (Reset) |
| 2 | Rückwärtslauf (REV) | 21–23 | Mehrfachsollwert-Klemme 1–3 |
| 3 | 3-Draht-Steuerung | 25/26 | Terminal UP / DOWN |
| 4 / 5 | Vorwärts-Tipp / Rückwärts-Tipp | 32/33 | Acc/Dec-Zeit Auswahl 1 / 2 |
| 6 | Freilauf | 43 | Zählereingang (DI4) |
| 7 | Not-Halt | 47 | Hochfrequenzpulseingang (DI4) |
F08.14 lässt sich pro DI festlegen, ob
das Schließen (Default) oder das Öffnen aktiv ist. Über F08.30–F08.33
sind individuelle Filterzeiten je DI einstellbar (Default 10 ms).
Der KC100 hat nur Modbus RTU als Kommunikationsschnittstelle — kein CAN, kein Ethernet. Die folgenden Werte müssen mit dem Master (SPS, HMI, Gateway) übereinstimmen.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F14.01 | Baudrate | 5 | 0=1200 · 1=2400 · 2=4800 · 3=9600 · 4=19200 · 5=38400 (Werkseinstellung) · 6=57600 · 7=115200 |
| F14.02 | Datenformat | 0 | 0=N,8,1 (Werkseinstellung) · 1=E,8,1 · 2=O,8,1 · 3=N,8,2 · 4=E,8,2 · 5=O,8,2 |
| F14.03 | Slave-Adresse | 1 | Bereich 1–247 (0 = Broadcast, nicht ansprechbar) |
| F14.04 | Antwortverzögerung | 2 ms | Bereich 0–20 ms |
| F14.05 | Kommunikations-Timeout | 0.0 s | 0,0 = deaktiviert · sonst Bereich 0,1–60,0 s |
Voraussetzung: F01.03 = 2 (Steuerquelle Kommunikation) und/oder
F01.04 = 5 (Frequenzquelle Kommunikation). Schreiben über
Function Code 06 (Single Write) oder 16 (Multiple Write).
| Bezeichnung | Hex-Adresse | Dez.-Adresse | Wert (Hex) | Wert (Dez) | Bedeutung |
|---|---|---|---|---|---|
| Betriebsbefehl (Steuerwort) | 0x7000 | 28672 | 0x0001 | 1 | Vorwärtslauf starten (FWD) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0002 | 2 | Rückwärtslauf starten (REV) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0005 | 5 | Rampenstopp (geregelt) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0006 | 6 | Not-Halt |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0007 | 7 | Freilaufstopp (Coast-Stop) |
| Betriebsbefehl | 0x7000 | 28672 | 0x0008 | 8 | Fehler-Quittierung (Reset) |
| Frequenzsollwert | 0x7010 | 28688 | 0x1388 | 5000 | Beispiel: 50,00 Hz · Auflösung 0,01 Hz · Bereich 0–60000 |
Der KC100 hat einen integrierten Brems-Chopper in allen Leistungsklassen. Bei Anwendungen mit häufigem oder schnellem Bremsen einen externen Bremswiderstand an die Klemmen RB+ und RB− anschließen.
| Parameter | Bezeichnung | Einzustellender Wert | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| F13.17 | Einschaltschwelle Bremschopper | 700 V | 400-V-Geräte: 700 V (Default) · 230-V-Geräte: 360 V · 440-V-Geräte: 750 V · Bereich 200,0–820,0 V |
| F13.18 | Einschaltdauer Bremschopper | 100.0 % | Tastverhältnis · Default 100 % · bei kleinem Widerstand auf 50–80 % senken |
Im Lieferzustand ist kein Bremswiderstand integriert — nur der Chopper. Widerstandswert und Belastbarkeit nach Anwendung dimensionieren (Faustregel: 100 Ω · 200 W für 0,4–0,75 kW; 75 Ω · 300 W für 1,5 kW; 50 Ω · 500 W für 2,2 kW; größer dimensionieren bei Dauerbremsbetrieb). Bei Unterdimensionierung kann der Widerstand thermisch zerstört werden.
E0001 = Überstrom beim Hochlauf (Rampe verlängern, Last prüfen),
E0003 = Überspannung beim Bremsen (Rampe verlängern oder
Bremswiderstand anschließen), E0010 = Motor-Erdkurzschluss,
E0024 = Motorüberlastung. Quittieren über STOP/RESET-Taste oder
Schreiben von 0x0008 auf 0x7000.
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